25.12.2009

Dezember 26, 2009

was altes gelesen in den letzten zwei tagen, aber was ganz tolles, nämlich tarabas vom joseph roth. auch ein roman über einen suchenden, über einen, der nicht ganz zurecht kommt mit dem leben, und so ist der velikic mit seinem russischen fenster vielleicht ein wenig in verwandtschaft mit dem roth und doch wieder ganz anders. im tarabas verlässt einer seine familie, geht zum studium, wird aufständisch gegen die herrschenden, geht ins exil nach amerika, kehrt zurück nach russland, um vor sich und seinem schicksal zu fliehen, geht in den ersten weltkrieg, wird ein echter kämpfender soldat, ein haudegen, einer, dem alles egal ist und der sich deshalb vor nichts fürchtet, bleibt beim soldatischen, auch nachdem das zarenreich gefallen und die revolution gesiegt, wird zum schänder an einem juden, rettet vielleicht einen anderen, versucht eine rückkehr ins reiche elternhaus und beendet sein leben als bettler, immer auch der flucht vor seiner schuld. wie roth das beschreibt, wie er es versteht, den roman in manchen szenen zu einer steigerung, dann wieder zu einer beruhigung zu führen, das hat mich begeistert, sicher einer der großen romane von roth, handelnd über den untergang eine epoche und über das (sein) jüdische(s) volk, dessen untergang er als folge der schicksals- und gottergebenheit er beschreibt. ich denke, der tarabas ist zu lesen zu empfehlen, vielleicht auch zum lernen, wie man einen roman aufbauen kann.

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2 Responses to “25.12.2009”

  1. Eva Jancak Says:

    Ja der Roth ist toll, da kann man sicher sehr viel lernen, vor allem wenn man noch um seine Biografie weiß und wie er gestorben ist.
    Im Literaturhaus gabs voriges Jahr eine große Ausstellung, in der „Radiosonate“ habe ich davon ein bißchen mitgenascht und als der Lunzer in Pension gegangen ist, hat er eine Roth-Gesellschaft gegründet. Informationen gibts auf der Literaturhausseite und der Lunzer ist vor ca vierzehn Jahren auf Roths Spuren in die Ukraine gefahren, bzw. hat zu einer solchen Studienreise aufgerufen.
    Das tut mir heute noch leid, daß ich nicht mitgefahren bin. Es gibt aber einige schöne Bücher über ihn und natürlich seine Romane, die man alle immer wieder lesen sollte, aber auch noch sehr viel anderes, da kommt man dann in ein unauflösbares Dilemma.
    Wenn ich mich nicht irre, war, als der Velikic im Odeon über sein neues Buch gesprochen hat, auch vom Roth die Rede.
    Finde ich toll, daß du dich soviel mit Roth beschäftigst und auf ihn neugierig machst.
    Ich bin derzeit mit dem Ilija Trojanow in der Badewanne und quäle mich da sehr herum, Details demnächst im Literaturgeffüster

  2. ofips Says:

    und dank der rothgesellschaft weiß ich aus, was der alles geschrieben hat und kann das systematisch in meiner etwas zwänglichen art bei zvab kaufen ud lesen. also jetzt nach tarabas kommt beichte eines mörders dran, weil den antichrist und die hundert tage gibts nur als erstausgaben und das ist mir dann doch zu teuer.


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